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Spielabsage skandalös
Author: Henrik Braune -  20.02.2011

Der erste Spieltag der Rückrunde ist sogleich ein denkwürdiger. Zu "Gast" beim TSV Hessenstein, musste Schiedsrichter Bock festellen, dass der Platz "auf dem Berg" unbespielbar war, mehr noch: Eine Gefahr für die Gesundheit der Spieler. Das im Dezember ausgefallene Rückspiel konnte also erneut nicht angepfiffen werden. Die Begleitumstände haben einen mehr als faden Beigeschmack, sie gleichen einer Unsportlichlichkeit.

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Thomas Schreiner inspiziert das saftige Grün in Hessenstein. Wie um alles in der Welt kann hier nicht gespielt werden?

Das für die Sperrung der Sportplatzes vorgesehene Schild war nur halbherzig entfernt und neben dem Sportplatz platziert worden. Das Spielfeld selbst war halb mit Schnee bedeckt und glich durch die nach oben gefrorenen Seitenlinien einer Wanne. Übersät mit steinharten Maulswurfshügeln und unzähligen Unebenheiten war der Sportplatz eigentlich nur in der Mitte ohne Gesundheitsgefahr zu bespielen. Das musste auch Schiedsrichter Bock einsehen, der wie die Marina vollkommen umsonst den weiten Weg antrat. Fünf Meter und ein flüchtiger Blick genügten, um eine Absage auszusprechen. 

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Das ist nicht der Hessensteiner "Berg", nur ein Maulwurfshügel.

Damit ging die Rechnung der Hausherren offenbar auf. Eine Absage am Morgen hätte dazu geführt, dass das Spiel möglicherweise bei der Marina in Wendtorf hätte stattfinden können. Der Platz dort ist zwar ebenso gefroren, durch seine ebene Fläche und die geschlossene Spieldecke aber durchaus bespielbar. Der TSV Hessenstein wollte dieses Auswärtsspiel offenbar mit aller Macht vermeiden und schmiedete einen Plan, der sich als clever erwies. Das Team selbst bestand bei Eintreffen der Marina noch aus acht Spielern, die Vollzähligkeit wurde nur durch hektische Aquise von Spielern erreicht, die ihren Ohren wohl auch nicht trauten. Das Team betrat in der Folge den Platz, um sich für das Spiel aufzuwärmen. Im völligen Vertrauen auf die Entscheidung des Schiedsrichters ließ die Marina diese Farce aus. Den Vorschlag des Schiedsrichters, nach Wendtorf zu fahren und das Spiel dort auszutragen, lehnte der Gastgeber schroff ab. Mit dem einhellig zu vernehmenden Vorschlag, nun "endlich etwas zu essen", wurde deutlich, dass auch der TSV (nicht die ganze Mannschaft, aber Teile) nicht an einem Spiel interessiert war. Wohl aber, den Gegner an- und wieder abreisen zu lassen.

Die Marina trat in der Folge den Heimweg an: 17 Spieler, Trainer, Betreuer, der Schiedsrichter. Sie alle vergeudeten Zeit und Geld, der Großteil kommt aus Kiel. Dass es den Regeln entspricht, diese Reise an den Rand des Kreises noch einmal anzutreten an einem späteren Termin, lässt über den Sinn des Regelwerks nachdenken. Es wäre nur fair, wenn der TSV freiwillig das Rückspiel absagen und eine Wertung für die Marina erreichen würde. Die Chancen hierfür: gering!

 
Missglückter Gipfelsturm
Author: Henrik Braune -  21.11.2010
Sa, 20. November 2010 14:00 Uhr
Raisdorfer TSV
Raisdorfer TSV 2
3:2
SSV Marina Wendtorf
SSV Marina Wendtorf

Marina:
1 Pörschke - 2 Kohlmorgen, 7 Braune, 3 Waldaukat - 4 Hansen, 10 Hamann (C), 6 Trieloff, 8 Schreiner - 5 Langhoff - 9 Petersen (Schulz), 11 Bobsien (Korf)

Tore:
1:0, 2:0, 2:1 Hansen, 2:2 Korf, 3:2

Am gestrigen Samstag musste die bis dahin ungeschlagene Marina einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen. Im Spitzenspiel der A-Klasse gegen den Tabellenführer RTSV2 unterlag die Holst-Mannschaft unglücklich 2:3. Dass bei herbstlichen Verhältnissen zur Überraschung der Marinesen angepfiffene Duell (nachdem unter der Woche inoffizielle Verlutbarungen aus Raisdorf vernommen wurden) am Klinkenberg offenbarte direkt nach Anpfiff den wunden Punkt der Marina: Mangelndes Zweikampfverhalten zu Beginn ermöglichte dem Gastgeber einen Doppelschlag innerhalb der ersten zehn Minuten - erst danach erwachte die Marina zum Leben und hatte die schwere Aufgabe , einen 0:2-Rückstand auswärts aufzuholen.

Angetreten ohne den immer noch verletzten Kapitän Becker, Spielmacher Lüders, Bhatti, Linksaußen Möller und den angeschlagenen Fuchs agierte das Team dann nicht wie eine Verlegenheitself, sondern nahm die Zweikämpfe endlich entschlossen an und erspielte sich eine deutliche Überlegenheit, aus der mehrere gute Chancen entstanden. Nachdem ein glasklarer Elfmeter nach Foul an Petersen nicht gegeben wurde, erzielte Hansen noch vor der Pause den wichtigen Anschlusstreffer. Raisdorf, bislang bekannt für seine spielerische Stärke, schöpfte nach den Führungstreffern zu keiner Zeit das Potenzial aus und blieb in der Offensive blass.

Die Marina kehrte entschlossen aus der Pause zurück und erzielte durch einen starken Kopfball von Korf den Ausgleich. Das Tor fiel in eine Phase, in der sich eine Vielzahl von Chancen ergaben, die Hamann und der eingewechselte Schulz beinahe zur Führung verwandelt hätten. Die in der Folge aufgetretene Hektik und die damit verbundenen ständigen Spielunterbrechungen schadeten vor allem der Marina, die allerdings - so fair muss man sein - oft selbst der Auslöser für langatmige Diskussionen war. Dem angesetzten Schiedsrichter gelang es zu keiner Zeit, durch ein härteres Vorgehen und das Aussprechen von Verwarnungen das Spiel zu beruhigen. Der auf dem Schiedsrichter lastende Druck führte dann zu gleich mehreren entscheidenden Fehlentscheidungen (Abseits für Hansen, der frei auf den Torwart zulief und zuvor aus dem Rückraum kam, eine nicht gegebene rote Karte nach Tätlichkeit an Kohlmorgen), die das Spiel prägten. Am Ende lag er dann doch richtig, als er zu Recht auf den Punkt zeigte, nachdem Waldaukat den RTSV-Stürmer in der 90. Minuten zu Fall brachte: Ahrens verwandelte souverän. Dieses Tor war auch deshalb der Siegtreffer, weil Schulz in der darauf folgenden Drangphase aus kurzer Distanz um Haaresbreite am Tor vorbeiköpfte. Der Schlusspunkt in einer Partie, in der die Marina mindestens einen Punkt verdient gehabt hätte, letztlich aber wieder einmal durch Unzulänglichkeiten in der Abwehrarbeit bestraft wurde.

 
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