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Heim hui, auswärts pfui
Author: Henrik Braune -  08.11.2009
Sa, 7. Nov 2009 14:30 Uhr
Raisdorfer FC 06
Raisdorfer FC 06
2:1
SSV Marina Wendtorf
SSV Marina Wendtorf

Marina:
1 Pörschke - 2 Braune, 4 Busch, 3 Müller - 7 Schmidt-Luckardt (13 Glapa), 6 Bhatti, 8 Hansen, 11 Krumpt - 5 Becker (C) - 10 Lüders, 9 Korf (12 Waldaukat)

Tore:
1:0 Maerker, 2:0 Maerker, 2:1 Braune

Auf die Marina ist Verlass, daheim wie in der Fremde. Nach dem 3:0 gegen den Favoriten Kühren ergab sich am gestrigen Samstag beim Aufsteiger Raisdorfer FC 06 die Möglichkeit, endlich, endlich auch auswärts wichtige Punkte zu gewinnen. Und davon gab es nicht wenige zu holen: An der Zahl sechs hätten es sein können und müssen, doch letztlich musste die Marina wieder einmal mit null Punkten die Heimreise antreten - und das, obwohl alles für die Marina sprach:

Zum ersten Mal in dieser Saison konnte Trainer Holst die fast exakt gleiche Mannschaft aufstellen, nur Miropolski fehlte und wurde positionsidentisch durch Hansen ersetzt. Becker spielte erneut im offensiven Mittelfeld und damit hinter Lüders, der wieder als Stürmer eingesetzt wurde. Dass dieses Experiment kaum von Dauer sein wird, offenbarte sich auf eklatante Weise durch die fehlende Bindung der Stürmer zum Mittelfeld, aus dem heraus Lüders ansonsten wichtige Vertikalpässe spielt.So kam es, dass die Marina einen hohen Ballbesitz aufwies, sicher kombinierte - und letztlich doch nicht zu echten Torchancen kam. In Hälfte eins war dann der zufällig entstandene Kopfball von Korf noch die gefährlichste Aktion. Mehr zeigten auh die Gastgeber nicht, die sich in den ersten 45 Minuten nicht eine echte Chance erarbeiteten - und doch das 1:0 erzielten: Ein Aussetzer von Müller als letzter Mann ermöglichte dieses Kuriosum.

Nach der Pause zeigte sich in etwa das gleiche Bild: Eine Marina, die zwar weniger kombinierte und mehr mit langen Bällen operierte, aber dennoch stets das Spiel in Abwehr und Mittelfeld kontrollierte. Wenn Raisdorf angriff, dann über Konter. So kam es, dass die zweite echte Raisdorfer Chance auch prompt zum 2:0 führte, wiederum ermöglicht durch ein schwaches Abwehrverhalten der Marinesen. Marina setzte in der Folge voll auf Angriff, kam durch einen Kopfballtreffer noch zum Anschlusstor und drückte die nur noch verteidigenden Gastgeber in die eigene Hälfte. Der Ausgleich vermochte nicht mehr zu folgen in einem Spiel, das regulär hätte länger nachgespielt werden müssen (Wechselarien und Zeispiel lähmten den Spielfluss erheblich). Dennoch muss konstatiert werden, dass der Heimsieg insofern gerechtfertig ist, als dass der Aufsteiger engagierter spielte und die Punkte offenbar mehr "wollte". Es wird spannend sein, welchen Weg Raisdorf nach der jetzt eingeschlagenen Serie geht. Wenngleich es spielerisch sicher nicht mit den drei Topteams mithalten kann, muss doch festgestellt werden, dass das Umfeld dem Kaköhls gewachsen scheint. Die entfachte Euphorie ist sicher ein Faktor, der den kleineren Raisdorfer Verein zum Aufstiegsanwärter macht.

Die Marina dagegen ist weit entfernt, Ansprüche zu erheben. Was vor allem deshalb ärgerlich ist, weil sie auswärts mit der Ausnahme Kirchbarkau immer die spielerisch stärkere Mannschaft war. Zumindest einen Trost gibt es: Kommende Woche erwartet und der TSV Stein zum Derby - und das ist bei 300m Luftlinie sicher nut halb auswärts.

 
Der Orient-Redondo
Author: Henrik Braune -  01.11.2009

bhattigoal
Nadim Bhattigoal: Achtung Archivfoto - inzwischen trägt er seine Haare kurz!

Es war einmal vor langer Zeit, da gab es einen Mann namens Gabriel Batistuta. Dieser Mann spielte gern Fussball und kam aus Argentinien. Noch lieber aber schoss er Tore, weshalb ihn die Leute alsbald Batigoal nannten. Inzwischen schießt Batigoal keine Tore mehr und genießt seine Zeit lieber an den Stränden dieser Welt. Seine Karriere ließ der in Florenz als Legende geltende Stürmer 2005 bei dem arabischen Club Al-Arabi ausklingen. Nicht weit entfernt also vom Mutterland des Fußballs schlechthin, Pakistan. Wie es die Ironie der Geschichte also will, beendete der alte Batigoal seine Karriere in der Nähe der Region, die wie kein zweites Land der Welt Fußballstars hevorbringt. Und aus dieser stammt, wie sollte es anders sein, auch der neue Bhattigoal. Den vielleicht größten fußballerischen Hoffnungsträger seines Landes (und das meine ich wirklich ernst) hat bereits in jungen Jahren in den Westen verschlagen, wo er vor allem in Schellhorn auf sich aufmerksam machte. Im Sommer dann die Sensation: Zusammen mit Coach Achim Holst folgte der Wechsel zur Marina nach Wendtorf. Am gestrigen Sonnabend erlebten die Guiseppe Marina Arena dann den Höhepunkt dieser jungen Karriere: Gegen seinen Ex-Club und Titelfavoriten SG Kühren gelang dem Orient-Redondo das spielentscheidende 1:0 in der 60. Minute. Mit chirurgischer Genauigkeit schlug Bhattigoal´s Distanzschuss neben dem Pfosten ein - und das zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt: Das auf des Messer´s Schneide stehende Spiel kippte damit zu Gunsten der Marina, die SG war gebrochen. Der eingewechselte Schreiner erhöhte wenig später auf 2:0, ehe Korf mit einem präzisen Kopfballtreffer nach Flanke von Bhattigoal alles klar machte.

Sa, 31. Okt 2009 16:00 Uhr
SSV Marina Wendtorf
SSV Marina Wendtorf
3:0
SG Kühren
SG Kühren

Marina:
1 Pörschke - 2 Braune, 4 Busch, 3 Müller - 7 Schmidt-Luckardt, 6 Bhatti, 8 Miroposki, 11 Krumpt - 5 Becker (C) - 10 Lüders, 9 Korf

Tore:
1:0 Bhatti, 2:0 Schreiner, 3:0 Korf

Die Marina konnte somit endlich einen Sieg gegen einen Topfavoriten einsammeln und hat daheim weiterhin eine lupenreine weiße Weste. Einen Lob hat sich an diesem Samstag die gesamte Mannschaft verdient, die sich nicht nur spielerisch, sondern vor allem endlich auch disziplinarisch auszeichnete. Dass die Zuschauer ein gut geführtes Spiel beider Seiten sahen, lag aber zu gleichen Anteilen auch am fairen Gegner aus Kühren. Dort scheint die Krise jetzt vollends angekommen zu sein, auch der Blick ins Gäste-Gästebuch verheißt nichts Gutes...

Wir freuen uns über drei Punkte und werfen doch wehmütig einen Blick zurück auf schmerzhafte Begegnungen, in denen unnötig Punkte verschenkt wurden. Wer die Marina kennt, weiß: Auch auf diese Leistung am Wochenende sollte sich niemand zu sehr verlassen. Auswärts wendet die Marina gern ihre Schokoladenseite ab. Dies gilt es ab jetzt abzustellen.

 
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